Kurzuberblick Ramadan:
• Pflicht: Fasten ist die vierte Saule des Islam (Koran 2:183)
• Iftar: Fastenbrechen bei Maghrib, mit Datteln oder Wasser beginnen (Tirmidhi 700)
• Suhoor: Vormorgenessen vor Fajr, eine Segnungsmahlzeit (Bukhari 1923)
• Tarawih: freiwilliges Nachtgebet, 8 oder 20 Raka'at (Bukhari 2009)
• Laylat al-Qadr: Nacht der Bestimmung in den letzten zehn Nachten (Koran 97:1-5)
• Zakat al-Fitr: Pflichtabgabe vor dem Eid-Gebet (Abu Dawud 1609)
Der Ramadan ist keine bloße Diat und kein Ritual der Enthaltsamkeit. Er ist eine vollstandige spirituelle Schule, die den Menschen in der Nahe zu Allah trainiert. Allah sagt im Koran: "O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vor euch vorgeschrieben war, damit ihr Gottesfrurcht erlangt." (Koran 2:183). Das Ziel ist Taqwa, Gottesfrurcht und innere Wachheit.
In diesem Monat wird die Belohnung fur gute Taten vervielfaltigt, die Tore des Paradieses stehen offen, die Tore der Holle sind geschlossen, und die Teufel sind gefesselt (Sahih al-Bukhari 1899). Jeder Tag und jede Nacht bieten Moglichkeiten, die im Rest des Jahres nicht in dieser Intensitat verfugbar sind.
- Pflicht des Fastens (Koran 2:183-185)
- Niyyah: die Absicht
- Iftar: das Fastenbrechen (Tirmidhi 700)
- Suhoor: die Morgenspeise (Bukhari 1923)
- Tarawih: 8 oder 20 Raka'at? (Bukhari 2009)
- Laylat al-Qadr (Koran 97:1-5)
- I'tikaf (Bukhari 2025)
- Zakat al-Fitr (Abu Dawud 1609)
- Eid al-Fitr: Vorbereitung und Ablauf
- Haufige Fragen
Pflicht des Fastens (Koran 2:183-185)
Das Fasten im Ramadan ist eine der funf Saulen des Islam und eine individuelle Pflicht (Fard Ayn) fur jeden volljahrigen, zurechtnungsfahigen Muslim. Die koranische Anordnung lautet:
"O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vor euch vorgeschrieben war, damit ihr Gottesfrurcht erlangt." (Koran 2:183)
Die nachfolgenden Verse (2:184-185) legen fest, wer fasten muss und wer Erleichterungen erhalt: Kranke und Reisende durfen das Fasten unterbrechen und an spaten Tagen nachholen. Schwangere, Stillende und alte Menschen, die dauerhaft nicht fasten konnen, zahlen stattdessen Fidya: Sie speisen fur jeden versaumten Fastentag einen Bedurftigen.
Der Koran beschreibt den Ramadan als den Monat, in dem der Koran herabgesandt wurde, "als Rechtleitung fur die Menschen und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung" (Koran 2:185). Das Fasten und der Koran sind im Ramadan untrennbar verbunden; die Recitation und das Studium des Korans gehorenzu den vorrangigen Empfehlungen des Monats.
Welche Handlungen brechen das Fasten? Die Gelehrten sind sich einig, dass absichtliches Essen, Trinken und Beischlaf wahrend der Fastenzeit das Fasten nichtig machen. Vergessliches Essen oder Trinken bricht es nicht (Bukhari 6669). Einige strittige Fragen (Injektion, Augentropfen, Blutabnahme) werden von verschiedenen Gelehrten unterschiedlich bewertet; im Zweifel lohnt es sich, den lokalen Imam zu befragen.
Niyyah: die Absicht
Kein Gottesdienst im Islam ist gultig ohne Niyyah (Absicht). Fur das Ramadanfasten lehrt die Mehrheit der Gelehrten, dass die Absicht vor dem Morgengrauen (Fajr) gefasst werden muss, da es sich um eine Pflicht handelt. Der Prophet (F.i.) sagte: "Wer die Absicht nicht vor der Morgenrote fasst, hat kein Fasten" (Abu Dawud 2454, Nasai, mit Diskussion uber die Authentizitat).
Die Absicht muss nicht laut ausgesprochen werden. Sie ist eine innere Entschlossenheit im Herzen: "Ich beabsichtige morgen zu fasten fur den Ramadan dieses Jahres." Die in manchen Regionen verbreiteten formelhaften Niyyah-Texte sind erlaubt, aber nicht Bedingung. Wer nach dem Aufwachen weiß, dass er morgen fasten will, und aufsteht, um Suhoor zu essen, hat die Absicht bereits bekundet.
Die Hanafi-Schule erlaubt fur den Ramadan eine allgemeine Monatsabsicht zu Beginn. Die Maliki-Schule jedoch betont, dass die tagliche Absicht erneuert werden sollte. In der Praxis genugt es, abends oder beim Suhoor die Absicht fur den nachsten Fastentag zu erneuern.
Iftar: das Fastenbrechen (Tirmidhi 700)
Iftar ist das Fastenbrechen bei Einbruch der Dunkelheit (Maghrib). Der Prophet (F.i.) betonte, das Fasten sofort bei Eintritt der Maghrib-Zeit zu brechen, ohne es zu verzögern. Er lehrte:
"Die Menschen werden im Guten bleiben, so lange sie das Fastenbrechen beeilen." (Sahih al-Bukhari 1957, Sahih Muslim 1098)
Womit soll das Fasten gebrochen werden? Der Prophet (F.i.) brach das Fasten bevorzugt mit frischen Datteln. Wenn keine vorhanden waren, mit getrockneten Datteln. Wenn auch keine getrockneten da waren, mit Schlucken Wasser (Tirmidhi 700, Abu Dawud 2356). Dies ist Sunnah, kein Gebot; jedes Essen ist erlaubt, aber die Sunnah zu befolgen tragt zusatzlichen Segen.
Die Du'a beim Fastenbrechen ist in mehreren Hadithen uberliefert. Eine der bekanntesten lautet: "Dhahaba az-zama'u wabtallatil urooqu wa thabatal ajru insha Allah" (Der Durst ist gegangen, die Adern sind befeuchtet, und der Lohn ist festgestellt, so Allah will) (Abu Dawud 2357). Eine weitere verbreitete Du'a: "Allahumma laka sumtu wa ala rizqika aftartu" (O Allah, fur Dich habe ich gefastet und mit Deiner Versorgung breche ich das Fasten).
Der Iftar ist ein Moment der Dankbarkeit und der Gemeinschaft. Der Prophet (F.i.) sagte: "Dem Fastenden stehen zwei Freuden zu: eine Freude beim Fastenbrechen und eine Freude, wenn er seinen Herrn trifft" (Sahih al-Bukhari 1904). Das gemeinsame Essen mit Familie und Gemeinschaft gehort zu den schönsten Aspekten des Ramadans.
Suhoor: die Morgenspeise (Bukhari 1923)
Suhoor ist das freiwillige Vormorgenessen, das vor dem Fajr-Adhan eingenommen wird. Der Prophet (F.i.) empfahl es ausdrucklich:
"Nehmt das Suhoor ein, denn im Suhoor liegt Segen." (Sahih al-Bukhari 1923)
Das Suhoor muss keine ausgedehnte Mahlzeit sein. Der Prophet (F.i.) sagte: "Das Suhoor ist gesegnet, lasst es nicht aus, auch wenn ihr nur einen Schluck Wasser nehmt" (Ahmad, mit Bewertungsdiskussion). Ziel ist es, den Körper fur den Fastentag zu starken und gleichzeitig die Sunnah zu erfullen. Viele Gelehrte betonen, das Suhoor so spat wie moglich einzunehmen, d. h. kurz vor dem Fajr-Adhan.
Was sollte man zum Suhoor essen? Der Prophet (F.i.) beschrieb Datteln als "die beste Suhoor-Speise des Glaubigen" (Abu Dawud 2345). Im Allgemeinen sind langsam verdauliche, nahrhafte Speisen empfehlenswert: Haferflocken, Vollkornbrot, Eier, Datteln und Wasser. Ubermassiges Essen beim Suhoor verlangsamt und bringt Schwere; maßvolles Essen unterstutzt die spirituelle Klarheit des Fastens.
Wichtig: Das Suhoor darf bis zum ersten Laut des Fajr-Adhans eingenommen werden. Wer beim Adhan noch trinkt und sofort aufhört, hat sein Fasten nicht gebrochen, wenn dies unmittelbar beim ersten Ton des Adhans geschieht (Abu Dawud 2350).
Tarawih: 8 oder 20 Raka'at? (Bukhari 2009)
Tarawih ist das freiwillige Nachtgebet im Ramadan, das nach dem Isha-Gebet verrichtet wird. Es gehort zu den besonderen Gunstbezeugungen des Ramadans und tragt zur vollstandigen Ausschöpfung der Segnung des Monats bei. Der Prophet (F.i.) sagte:
"Wer im Ramadan mit Glauben und Hoffnung auf Belohnung betet, dem werden seine fruheren Sunden vergeben." (Sahih al-Bukhari 2009)
Der Prophet (F.i.) betete Tarawih in der Gemeinschaft, hörte jedoch nach einigen Nachten damit auf, aus Sorge, es konne zur Pflicht werden. Er betete selbst acht Raka'at, gefolgt von Witr. Nach seinem Tod und wahrend der Regierung des zweiten Kalifen Umar ibn al-Khattab (RA) wurde das Tarawih-Gebet auf 20 Raka'at in der Gemeinschaft festgelegt (Sahih al-Bukhari 2010, Muwatta Malik).
Beide Positionen sind in der islamischen Rechtstradition anerkannt: 8 Raka'at (nach der Praxis des Propheten selbst) und 20 Raka'at (nach der Sunnah von Umar und dem Konsens der Sahaba). Die Mehrheit der klassischen Gelehrten (Hanafi, Maliki, Shafi'i, Hanbali) bevorzugt 20 Raka'at. Zeitgenossische Gelehrte, die 8 Raka'at vertreten, stutzen sich auf die direkte Praxis des Propheten. Dieser Streit sollte nicht zur Spaltung fuhren: Beide Zahlen sind zulassig.
Tarawih wird typischerweise in zwei Raka'at-Einheiten gebetet, mit einer kurzen Pause zwischen je vier Raka'at (das ist der Ursprung des Namens "Tarawih" von "Raha", Ruhe). In vielen Moscheen wird im Laufe des Ramadans der gesamte Koran einmal rezitiert.
Laylat al-Qadr (Koran 97:1-5)
Laylat al-Qadr, die Nacht der Bestimmung oder Nacht der Macht, ist die bedeutendste Nacht des Jahres. Allah beschreibt sie im Koran:
"Wir sandten ihn (den Koran) in der Nacht der Bestimmung herab. Und was wird dir klar machen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. Die Engel und der Geist steigen in ihr herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jedem Befehl. Frieden ist sie bis zum Aufgang der Morgenrote." (Koran 97:1-5)
Eine Nacht, die besser ist als tausend Monate, entspricht mehr als 83 Jahren. Wer in dieser einen Nacht betet und Du'a macht, hat mehr angesammelt als in einem ganzen menschlichen Leben. Dies ist das spirituelle Herzstuck des Ramadans.
Wann ist Laylat al-Qadr? Der Prophet (F.i.) sagte: "Sucht Laylat al-Qadr in den ungeraden Nachten der letzten zehn Tage des Ramadans" (Sahih al-Bukhari 2017). Die wahrscheinlichste Nacht ist nach vielen Gelehrten die 27. Nacht des Ramadans, wobei Ubawi ibn Ka'b (RA) dies ohne Einschrankung sagte (Sahih Muslim 762). Der Prophet (F.i.) empfahl jedoch, alle letzten zehn Nachte intensiv zu nutzen, damit keine Nacht verloren geht.
Was soll man in Laylat al-Qadr sagen? Aisha (RA) fragte den Propheten: "Wenn ich Laylat al-Qadr treffe, was soll ich sagen?" Er antwortete: "Sage: 'Allahumma innaka afuwwun tuhibbul afwa fa'fu anni'" (O Allah, Du bist der Vergebende, Du liebst die Vergebung, so vergib mir) (Tirmidhi 3513). Diese Du'a ist kurz, leicht zu lernen und von großer Tiefe.
I'tikaf (Bukhari 2025)
I'tikaf ist der spirituelle Ruckzug in die Moschee, typischerweise in den letzten zehn Tagen des Ramadans. Der Prophet (F.i.) pflegte in den letzten zehn Tagen des Ramadans regelmaßig I'tikaf zu halten (Sahih al-Bukhari 2025). Im Jahr seines Todes hielt er sogar zwanzig Tage I'tikaf (Bukhari 2044).
Was ist I'tikaf? Man zieht sich in die Moschee zuruck, verbringt dort Tag und Nacht, betet, rezitiert den Koran, macht Du'a und Dhikr und verlasst die Moschee nur fur notwendige naturliche Bedurfnisse. Man isst und schlaft in der Moschee. Das Ziel ist, von allen weltlichen Ablenkungen Abstand zu nehmen und sich vollstandig auf die Suche nach Laylat al-Qadr und auf die Nahe zu Allah zu konzentrieren.
I'tikaf ist Sunnah mu'akkada (betonte Sunnah), keine Pflicht. Wer nicht die Moglichkeit hat, zehn Tage I'tikaf zu halten, kann auch kurzere I'tikaf-Perioden praktizieren. Die Hanafi-Schule erlaubt I'tikaf auch fur kurzere Zeitraume, sogar fur einige Stunden. Frauen konnen I'tikaf in ihrem Gebetsraum zu Hause halten, wenn keine geeignete Moglichkeit in der Moschee vorhanden ist.
Was unterbricht den I'tikaf? Wenn man die Moschee ohne Notwendigkeit verlasst, ist der I'tikaf beendet. Sexueller Verkehr bricht ihn ebenfalls. Allgemeine Gesprache, Besuche von Familienangehorigen in der Moschee und das Schlafen storen ihn nicht.
Zakat al-Fitr (Abu Dawud 1609)
Zakat al-Fitr ist eine Pflichtabgabe, die am Ende des Ramadans von jedem Muslim gezahlt werden muss, der uber das Notwendige hinaus verfugt. Ibn Abbas (RA) uberlieferte:
"Der Gesandte Allahs hat Zakat al-Fitr als Pflicht bestimmt: als Reinigung fur den Fastenden von leeren Reden und schlechtem Verhalten und als Nahrung fur die Armen." (Abu Dawud 1609, Ibn Majah 1827)
Die Hohe betragt eine Sa' (etwa 2,5 kg oder 3 Liter) des ortlichen Grundnahrungsmittels (Datteln, Weizen, Gerste, Rosinen, Mais, Reis etc.) pro Person im Haushalt, einschließlich der Kinder und Sauglinge. In modernen Kontexten zahlen viele Muslime den Geldwert, was die Mehrheit der zeitgenossischen Gelehrten erlaubt.
Wann muss sie gezahlt werden? Der Prophet (F.i.) bestimmte, dass sie vor dem Eid-Gebet gezahlt wird, damit sie noch am Eid-Tag die Armen erreicht. Wer sie nach dem Eid-Gebet zahlt, zahlt sie als normale Sadaqa (freiwillige Almosen), nicht als Zakat al-Fitr (Abu Dawud 1609). Es ist empfehlenswert, sie bereits ein oder zwei Tage vor Eid zu zahlen, damit die Empfanger genuug Zeit haben, fur Eid einzukaufen.
Zakat al-Fitr muss fur jeden abhangigen Haushaltangehorigen gezahlt werden: Ehefrauen, Kinder (einschließlich Neugeborene, wenn sie vor dem Eid-Morgen geboren wurden), altere Eltern und ggf. Haushaltshelfer. Sie geht ausschließlich an Arme und Bedurftige (Masakin), nicht an andere Zakat-Empfangerkategorien.
Eid al-Fitr: Vorbereitung und Ablauf
Eid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, ist der Hohepunkt des Ramadans. Es ist ein Tag des Dankes, der Freude und des Zusammenkommens. Der Prophet (F.i.) sagte: "Jedes Volk hat sein Fest, und dies ist unser Fest" (Sahih al-Bukhari 952).
Vorbereitung auf Eid al-Fitr: Zakat al-Fitr zahlen (vor dem Eid-Gebet). Die Eid-Nacht mit Gebet, Dhikr und Takbir verbringen (Allahu Akbar, Allahu Akbar, La ilaha illallah...). Am Eid-Morgen ghusl (rituelle Waschung) nehmen. Schone, saubere Kleidung anziehen. Etwas essen (z. B. Datteln) vor dem Eid-Gebet, denn am Eid al-Fitr ist es Sunnah, vor dem Gebet zu essen (Sahih al-Bukhari 953). Auf dem Weg zum Eid-Gebet laut Takbir sprechen.
Das Eid-Gebet: Es besteht aus zwei Raka'at mit zusatzlichen Takbirat (sieben im ersten, funf im zweiten Rakat, nach dem bekannteren Hadith). Der Imam halt anschließend zwei Khutbahs. Das Eid-Gebet ist nach Meinung der meisten Gelehrten Wajib (verpflichtend) oder Fard Kifaya (gemeinschaftliche Pflicht). Es wird in einem freien Gebet (Musalla) oder in der Moschee gebetet.
Eid al-Fitr ist nicht nur ein personlicher Feiertag, sondern ein Fest der Gemeinschaft. Familien und Freunde besuchen sich, Kinder erhalten Geschenke, gemeinsam wird gegessen. Das Vergeben alter Streitigkeiten und das Erneuern von Beziehungen gehoren zur Eid-Etikette. Der Prophet (F.i.) empfahl, beim Eid-Gebet einen anderen Weg zu nehmen als beim Hinweg, als Zeichen der Erneuerung und um mehr Menschen zu begegnen (Sahih al-Bukhari 986).
Haufige Fragen
Was bricht das Fasten im Ramadan?
Das Fasten wird durch das absichtliche Essen, Trinken oder den Beischlaf wahrend der Fastenzeit gebrochen. Unbeabsichtigtes Essen oder Trinken (z. B. aus Vergesslichkeit) bricht das Fasten nicht: "Wer das Fasten vergisst und isst oder trinkt, der vollende sein Fasten; denn Allah hat ihn gespeist und getrakt" (Bukhari 6669). Auch das Einatmen von Duft, Staub oder unbeabsichtiges Schlucken von Speichel bricht das Fasten nicht.
Muss man fur jedes versaumte Fasttag Kaffarah zahlen?
Kaffarah (schwere Suhne) ist nur erforderlich, wenn das Fasten durch absichtlichen Beischlaf am Tag gebrochen wird. In diesem Fall muss man entweder 60 Tage am Stuck fasten, 60 Arme speisen oder einen Sklaven freilassen (letzteres ist heute nicht mehr relevant). Fur das Brechen des Fastens durch Essen oder Trinken ohne Entschuldigung ist nach Ansicht der meisten Gelehrten nur Qada (Nachholung) erforderlich, keine Kaffarah.
Wie viele Raka'at hat das Tarawih-Gebet?
Hieruber gibt es eine bekannte Diskussion unter den Gelehrten. Der Prophet (F.i.) betete Tarawih in der Gemeinschaft und hörte damit auf, aus Sorge, es konne zur Pflicht erklart werden (Bukhari 2012). Er betete selbst acht Raka'at zuzuglich Witr. Umar ibn al-Khattab (RA) vereinheitlichte das Tarawih-Gebet auf 20 Raka'at in der Gemeinschaft. Beide Positionen (8 und 20 Raka'at) sind durch Gelehrte anerkannt; der Streit daruber sollte vermieden werden.
Wann beginnt und endet das Fasten taglich?
Das tagliche Fasten beginnt mit dem wahren Morgengrauen (Fajr as-Sadiq), d. h. beim Beginn der Fajr-Gebetszeit, und endet beim Eintritt der Dunkelheit (Maghrib-Zeit). Der Koran beschreibt es so: "Esst und trinkt, bis sich der weiße Faden vom schwarzen Faden der Dammerung unterscheidet, dann vollendet das Fasten bis zur Nacht" (Koran 2:187). Das bedeutet: das Suhoor ist erlaubt bis zum Fajr-Adhan, und das Iftar beginnt mit dem Maghrib-Adhan.
Was ist Zakat al-Fitr und bis wann muss sie gezahlt werden?
Zakat al-Fitr ist eine Pflichtabgabe am Ende des Ramadans, die jeder Muslim fur sich selbst und jeden von ihm Abhangigen zahlen muss. Ibn Abbas (RA) uberlieferte: "Der Gesandte Allahs machte Zakat al-Fitr zur Pflicht als Reinigung des Fastenden von leeren Reden und als Versorgung fur die Armen" (Abu Dawud 1609). Sie betragt eine Sa' (ca. 2,5 kg) Grundnahrungsmittel pro Person und muss vor dem Eid-Gebet entrichtet werden.
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