Allah sagt im Quran: „Wahrlich, die Muslime und Musliminnen, die Glaeubigen und Glaeubigen... und die viel Fastenden und Fastenden hat Allah Vergebung und grossen Lohn bereitet." (Quran 33:35). Das freiwillige Fasten ist eine der Ibadah, durch die der Glaeubige Allah naeherkommt, weit ueber das hinaus, was das Pflichtfasten allein ermoeglicht.
Der Prophet fastete bis zu dem Punkt, dass seine Gefaehrten dachten, er wuerde nie aufhoeren zu fasten. Dann hoerte er auf zu fasten, bis sie dachten, er wuerde nie fasten. Das freiwillige Fasten soll regelmaessig aber nicht ermuedend sein.
Grundlage und Vorzuege des freiwilligen Fastens
Das freiwillige Fasten (siyam al-nafl oder siyam at-tatawwu') gehoert zu den kraeftigsten Ibadah im Islam. Allah sagt in einem Hadith Qudsi: „Jede Tat des Menschenkindes ist fuer ihn, ausser dem Fasten. Es ist fuer mich, und ich belohne dafuer." (Sahih al-Bukhari, Nr. 1904; Sahih Muslim, Nr. 1151). Diese einzigartige Formulierung zeigt, dass das Fasten eine Ibadah von besonderer Naehe zu Allah ist.
Der Prophet beschrieb das Fasten auch als Schutzschild: „Das Fasten ist ein Schutzschild. Wenn einer von euch an einem Fastentag ist, soll er nicht zoernen und nicht laermenm. Wenn ihn jemand beschipmft oder angreift, soll er sagen: Ich faste." (Sahih al-Bukhari, Nr. 1894; Sahih Muslim, Nr. 1151). Das freiwillige Fasten trainiert also Geduld, Selbstkontrolle und Charakterstarke weit ueber den Ramadan hinaus.
Imam Ibn al-Qayyim schreibt in Zad al-Ma'ad: Das Fasten reinigt das Herz von den Begierden, die es trueben, und oeffnet es fuer das Licht der Erkenntnis. Wer viel fastet, erlebt eine Befreiung des Herzens von den Fesslungne der Weltlichkeit. Dies ist eines der tiefsten Geheimnisse des Fastens.
Fasten am Montag und Donnerstag
Der Prophet fastete regelmaessig an Montag und Donnerstag. Als er nach dem Grund gefragt wurde, antwortete er:
Abu Huraira, moge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet sagte: „Die Taten werden Allah montags und donnerstags praesentiert. Ich moechte fasten, wenn meine Taten praesentiert werden." (Sunan al-Tirmidhi, Nr. 747; sahih nach al-Albani).
In einer anderen Ueberlieferung sagte der Prophet ueber den Montag: „Ich wurde an diesem Tag geboren, und an diesem Tag kam die Offenbarung zu mir." (Sahih Muslim, Nr. 1162). Der Montag hat also eine besondere Verbindung zur Prophetschaft Muhammads, und das Fasten an diesem Tag ist eine Form der Ehrung dieses Ereignisses.
Die praktische Empfehlung: Wer Montag und Donnerstag regelmaessig fastet, fastet etwa acht Tage im Monat. In Kombination mit den drei weissen Tagen kommt man auf elf Tage monatlich, was einer sehr soliden Praxis des freiwilligen Fastens entspricht.
Ibn Umar, moge Allah mit ihnen zufrieden sein, berichtete: „Ich sah den Propheten, wie er den Montag und den Donnerstag bevorzugte." (Sunan Ibn Majah, Nr. 1740; hasan nach al-Albani). Die regelmaessige Praxis des Propheten ist fuer die Glaeubigen das klarste Zeichen der Bedeutung dieser Tage.
Die weissen Tage: der 13., 14. und 15. des Mondmonats
Die weissen Tage (al-ayyam al-bid) werden so genannt, weil in dieser Zeit der Vollmond scheint und die Naechte hell, also weiss, erleuchtet sind. Es sind der 13., 14. und 15. jedes islamischen Mondmonats.
Abu Dharr al-Ghifari, moge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete: „Der Prophet empfahl mir drei Dinge, die ich nie verlassen werde, solange ich lebe: Zu fasten an drei Tagen im Monat, zwei Rakat Duha-Gebet zu verrichten und Witr nicht zu schlafen, ohne ihn verrichtet zu haben." (Sahih al-Bukhari, Nr. 1178; Sahih Muslim, Nr. 721).
In einer anderen Ueberlieferung spezifizierte der Prophet die Tage: „Wenn du drei Tage im Monat fastest, faste den 13., 14. und 15." (Sunan al-Nasa'i, Nr. 2424; Sunan al-Tirmidhi, Nr. 761; sahih nach al-Albani). Das Fasten an diesen drei Tagen monatlich ist einem ganzen Jahr Fasten gleichgestellt, da ein gute Tat mit zehnfacher Belohnung vergolten wird und drei Tage times zehn dreissig Tage (also einen Monat) ergibt.
Ibn Abbas, moge Allah mit ihnen zufrieden sein, sagte: „Der Prophet liess weder im Reisen noch im Aufenthalt das Fasten der drei Tage aus." (Sunan al-Nasa'i, Nr. 2345; hasan nach al-Albani). Diese Kontinuitaet des Propheten zeigt, wie wichtig ihm dieses Fasten war.
Sechs Tage im Monat Schawwal
Der Monat Schawwal ist der Monat nach dem Ramadan. Wer nach dem Ramadan sechs weitere Tage in Schawwal fastet, erreicht eine aussergewoehnliche Belohnung:
Abu Ayyub al-Ansari, moge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet sagte: „Wer Ramadan fastet und danach sechs Tage in Schawwal hinzufuegt, ist wie jemand, der die gesamte Zeit gefastet hat." (Sahih Muslim, Nr. 1164).
Die Grundlage dieser Rechnung erklaert Imam al-Nawawi in seinem Sharh Sahih Muslim: Eine gute Tat wird mit zehn gleichwertigen Taten belohnt. Ramadan (30 Tage) multipliziert mit 10 ergibt 300. Sechs Tage Schawwal multipliziert mit 10 ergibt 60. Zusammen sind es 360 Tage, was dem ganzen Jahr entspricht, das 360 Tage nach dem Mondkalender zaehlt.
Die sechs Tage koennen an beliebigen Tagen im Schawwal verteilt werden. Sie muessen nicht zusammenhaengend gefastet werden. Man kann sie auf Montage und Donnerstage verteilen oder auf drei Wochen aufteilen. Die Hauptbedingung ist, dass man alle versaeumten Ramadan-Tage zuerst nachholt (Qada), bevor man die Schawwal-Tage beginnt, nach der Meinung der Mehrheit der Gelehrten.
Imam Ibn Rajab al-Hanbali erklaert in Lata'if al-Ma'arif: Die sechs Tage Schawwal sind fuer den Ramadan, was die Sunnah-Gebete fuer die Pflichtgebete sind. Sie ergaenzen, was im Pflichtfasten an Vollkommenheit gefehlt haben mag.
Der Tag von Arafa: 9. Dhul Hijja
Der Tag von Arafa ist der 9. des Monats Dhul Hijja, der Tag, an dem die Pilger auf dem Berg Arafa stehen. Fuer diejenigen, die nicht zum Hajj gehen, ist das Fasten an diesem Tag mit einem aussergewoehnlichen Versprechen verbunden:
Abu Qatada al-Ansari, moge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete: Der Prophet wurde nach dem Fasten am Tag von Arafa gefragt und antwortete: „Es suehnt das vergangene und das kommende Jahr." (Sahih Muslim, Nr. 1162).
Kein anderer freiwilliger Fastentag bietet eine so weitreichende Suehne: zwei Jahre Suenden auf einmal. Diese grosszuegige Belohnung erklaert sich daraus, dass Arafa der bedeutendste Tag des islamischen Jahres ist. Der Prophet sagte: „Der Hajj ist Arafa." (Sunan Abu Dawud, Nr. 1949; sahih). An diesem Tag vergibt Allah besonders viel.
Wichtig: Diese Empfehlung gilt ausschliesslich fuer diejenigen, die nicht zum Hajj gegangen sind. Fuer Pilger, die auf dem Berg Arafa stehen, ist das Fasten an diesem Tag eher abzuraten, damit sie die Kraft haben, die Ibadah des Tages vollstaendig zu verrichten. (Sahih al-Bukhari, Nr. 1658).
Der Tag von Arafa faellt jedes Jahr auf ein anderes Datum des gregorianischen Kalenders. Es empfiehlt sich, den islamischen Kalender zu verfolgen und den 9. Dhul Hijja rechtzeitig zu kennen, um sich vorzubereiten.
Der Monat Muharram und der Tag von Ashura
Der Muharram ist der erste Monat des islamischen Jahres und einer der vier heiligen Monate (al-ashhur al-hurum). Der Prophet sagte: „Das beste Fasten nach dem Ramadan ist das Fasten im Monat Allahs, dem Muharram." (Sahih Muslim, Nr. 1163).
Innerhalb des Muharram hat der 10. Tag, Ashura, eine besondere Bedeutung. Als der Prophet nach Medina kam, fand er die Juden fastend. Er fragte, warum sie fasteten. Sie antworteten: Dies ist ein grossartiger Tag, an dem Allah Musa und sein Volk rettete und den Pharao ertrankte. Musa fastete an diesem Tag als Dankbarkeit, und wir fasten auch. Der Prophet sagte: „Wir haben mehr Recht auf Musa als ihr." Er fastete selbst und befahl den Muslimen zu fasten. (Sahih al-Bukhari, Nr. 2004; Sahih Muslim, Nr. 1130).
Abu Qatada, moge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet sagte: „Das Fasten von Ashura suehnt das vergangene Jahr." (Sahih Muslim, Nr. 1162). Diese Suhne fuer ein ganzes vergangenes Jahr macht Ashura zu einem der wertvollsten Tage des islamischen Jahres fuer das freiwillige Fasten.
Um sich von den Juden zu unterscheiden, empfahl der Prophet, auch den 9. Muharram (Tassu'a) zu fasten: „Wenn ich das naechste Jahr erlebe, werde ich den 9. Muharram ebenfalls fasten." (Sahih Muslim, Nr. 1134). Der Prophet starb, bevor dieses naechste Jahr kam, aber seine Aussage zeigt klar, dass man Ashura mit dem Tag davor oder danach verbinden soll.
Der Monat Schaban
Schaban ist der achte Monat des islamischen Jahres, unmittelbar vor Ramadan. Der Prophet fastete in Schaban mehr als in jedem anderen Monat ausser Ramadan:
Aisha, moge Allah mit ihr zufrieden sein, berichtete: „Ich sah den Propheten in keinem Monat so viel fasten wie in Schaban. Er fastete den ganzen Schaban bis auf wenige Tage." (Sahih al-Bukhari, Nr. 1970; Sahih Muslim, Nr. 1156).
Als Usama ibn Zayd den Propheten fragte, warum er in Schaban so viel faste, antwortete er: „Dies ist ein Monat, dem die Menschen keine Aufmerksamkeit schenken, obwohl er zwischen Radschab und Ramadan liegt. In diesem Monat werden die Taten des ganzen Jahres zu Allah, dem Herrn der Welten, erhoben, und ich moechte, dass meine Taten erhoben werden, waehrend ich faste." (Sunan al-Nasa'i, Nr. 2357; hasan nach al-Albani).
Schaban hat also eine auehnliche Funktion wie Montag und Donnerstag im Wochenzyklus: Es ist die Zeit der Praesentation der Taten vor Allah. Wer in Schaban fastet, prasentiert Allah seine Taten in einem Zustand der Ibadah.
Die Gelehrten weisen darauf hin, dass man in der zweiten Haelfte des Schaban nicht mit neuem freiwilligen Fasten beginnen soll, wenn man es nicht bereits zur Gewohnheit hat. (Sunan Abu Dawud, Nr. 2337; hasan). Dies dient der Vorbereitung des Koerpers auf den Ramadan.
Das Fasten Dawuds: der beste Rhythmus
Neben den spezifischen Tagen gibt es das Fasten von Dawud (Dawud), dem Propheten, das der Prophet Muhammad als das beste allgemeine Fastenmuster bezeichnete:
Abdullah ibn Amr, moge Allah mit ihnen zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet sagte: „Das beste Fasten bei Allah ist das Fasten von Dawud. Er fastete einen Tag und ass einen Tag." (Sahih al-Bukhari, Nr. 1976; Sahih Muslim, Nr. 1159).
Dieses Muster hat mehrere Vorteile: Es haelt den Koerper auf hohem Niveau der Ibadah ohne Erschoepfung, es trainiert Selbstdisziplin auf einer nachhaltigen Grundlage, und es ermoeglicht dem Glaeubigen, sowohl Fasten als auch Nicht-Fasten-Tage mit vollem Bewusstsein zu erleben.
Der Prophet sagte auch: „Das beliebteste Fasten Allahs ist das Fasten von Dawud." (Sahih al-Bukhari, Nr. 3420). Diese doppelte Empfehlung, einmal als bestes Fasten bezeichnet und einmal als Allahs Lieblingsfahsten, macht das Dawud-Fasten zum Goldstandard des freiwilligen Fastens fuer diejenigen, die eine intensive Praxis anstreben.
Verbotene und missbilligte Fastentage
Es gibt Tage, an denen Fasten verboten oder missbilligt ist. Der Glaeubige muss diese kennen:
- Die zwei Festtage (Eid): Das Fasten am Eid al-Fitr (1. Schawwal) und am Eid al-Adha (10. Dhul Hijja) ist verboten (haram). Der Prophet verbot das Fasten an diesen Tagen. (Sahih al-Bukhari, Nr. 1990; Sahih Muslim, Nr. 1137). Diese Tage sind Freudentage, an denen die Gemeinschaft zusammenkommt und isst.
- Die Tage at-Tashreeq: Der 11., 12. und 13. Dhul Hijja sind die Tage at-Tashreeq, in denen das Fasten verboten ist. Nur wer kein Opfertier fuer den Hajj hat, darf an diesen Tagen fasten. (Sahih Muslim, Nr. 1141).
- Freitag allein: Es ist missbilligt (makruh), den Freitag allein zu fasten, ohne Donnerstag oder Samstag hinzuzufuegen. (Sahih al-Bukhari, Nr. 1985; Sahih Muslim, Nr. 1144). Der Freitag ist Jumu'a, ein Feiertag der Muslime.
- Samstag allein: Viele Gelehrte missbilligen das alleinige Fasten am Samstag, da dies eine Nachahmung der juedischen Praxis des Sabbat waere. (Sunan Abu Dawud, Nr. 2421; von einigen als sahih eingestuft).
- Zweite Haelfte Schaban: Wer kein regelmaessiges freiwilliges Fasten hat, soll ab dem 15. Schaban nicht mehr mit freiwilligem Fasten beginnen, um sich auf Ramadan vorzubereiten. (Sunan Abu Dawud, Nr. 2337; hasan).
Haeufige Fragen
Was sind die besten Tage fuer freiwilliges Fasten im Islam?
Die besten regelmaessigen Tage sind Montag und Donnerstag. Der Prophet fastete an diesen Tagen und erklaerte, dass die Taten an diesen Tagen Allah praesentiert werden. (Sunan al-Tirmidhi, Nr. 747). Fuer groesste Belohnung an einem einzelnen Tag: der Tag von Arafa suehnt zwei Jahre Suenden. (Sahih Muslim, Nr. 1162).
Was sind die weissen Tage und warum soll man an ihnen fasten?
Die weissen Tage (al-ayyam al-bid) sind der 13., 14. und 15. jedes islamischen Mondmonats, wenn der Vollmond scheint. Der Prophet fastete regelmaessig an diesen drei Tagen und empfahl sie Abu Dharr mit den Worten: Wenn du drei Tage im Monat fastest, so faste den 13., 14. und 15. (Sunan al-Nasa'i, Nr. 2424; sahih). Drei Tage monatlich mit zehnfacher Belohnung entsprechen einem ganzen Monat.
Warum soll man sechs Tage im Monat Schawwal fasten?
Der Prophet sagte: Wer Ramadan fastet und danach sechs Tage in Schawwal hinzufuegt, ist wie jemand, der das ganze Jahr gefastet hat. (Sahih Muslim, Nr. 1164). Ramadan (30 Tage x 10) plus Schawwal (6 Tage x 10) ergibt 360 Tage, also das ganze Jahr. Die sechs Tage koennen an beliebigen Tagen im Schawwal verteilt werden.
Darf man freiwillig an einem Freitag allein fasten?
Es ist makruh (missbilligt), den Freitag allein zu fasten. Der Prophet sagte: Fastet keiner von euch am Freitag allein, es sei denn, er fastet einen Tag davor oder danach. (Sahih al-Bukhari, Nr. 1985; Sahih Muslim, Nr. 1144). Der Freitag ist ein Festtag der Muslime. Man darf jedoch am Freitag fasten, wenn man auch Donnerstag oder Samstag hinzufuegt.
Was ist der Unterschied zwischen Ashura und Arafa beim Fasten?
Das Fasten am Tag von Arafa (9. Dhul Hijja) suehnt die Suenden des vergangenen und des kommenden Jahres. (Sahih Muslim, Nr. 1162). Das Fasten von Ashura (10. Muharram) suehnt die Suenden des vergangenen Jahres. (Sahih Muslim, Nr. 1162). Arafa hat also eine groessere Reichweite. Fuer Ashura empfiehlt es sich, auch den 9. Muharram hinzuzufuegen, um sich von Juden zu unterscheiden.
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