Die funf Saulen auf einen Blick:

1. Schahada: Das Glaubensbekenntnis (La ilaha illallah, Muhammadur rasulullah)
2. Salat: Funf Pflichtgebete taglich (Fajr, Dhuhr, Asr, Maghrib, Ischa)
3. Zakat: Pflichtabgabe von 2,5% auf angespartes Vermogen uber dem Nisab
4. Saum: Fasten im Monat Ramadan (Koran 2:183-185)
5. Hajj: Pilgerfahrt nach Mekka, einmal im Leben (Koran 3:97)
Quelle: Sahih al-Bukhari 8 (Dschil-Hadith)

Ibn Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) uberlieferte, dass der Prophet (Frieden sei mit ihm) sagte: "Der Islam ruht auf funf Saulen: dem Zeugnis, dass es keinen Gott gibt ausser Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dem Verrichten des Gebets, dem Entrichten der Zakat, der Pilgerfahrt nach Mekka und dem Fasten im Ramadan." (Sahih al-Bukhari 8, Sahih Muslim 16)

Dieser Hadith ist einer der bedeutsamsten im gesamten islamischen Schriftkorpus. Er fasst das gesamte praktische System des Islam in funf konkreten Handlungen zusammen. Wer diese funf Saulen kennt, versteht den Rahmen, in dem das islamische Leben sich entfaltet: ein jahrlicher Rhythmus aus taglichem Gebet, wochentlicher Gemeinschaft, jahreshlicher Reinigung durch Fasten und gesellschaftlicher Solidaritat durch Zakat, gekront von der einmaligen Pilgerreise zum Haus Allahs.

Die Quelle: der Dschil-Hadith

Der Hadith, der die funf Saulen aufzahlt, ist in zwei Versionen uberliefert. Die kurzere Version ist der Hadith von Ibn Umar (Sahih al-Bukhari 8), in dem der Prophet (Frieden sei mit ihm) den Islam einfach auf diese funf Handlungen zusammenfasst.

Die langere und bekanntere Version ist der Hadith des Engels Dschibril, auch als "Mutter der Sunnah" bekannt (Sahih Muslim 8). Darin erscheint ein unbekannter Mann in weissen Kleidern beim Propheten (Frieden sei mit ihm), setzt sich vor ihn und fragt: "O Muhammad, erzahl mir vom Islam." Der Prophet antwortet: "Der Islam ist, dass du bezwiegst, dass es keinen Gott gibt ausser Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dass du das Gebet verrichtest, die Zakat entrichtest, im Ramadan fastest und, wenn du dazu in der Lage bist, die Pilgerfahrt zum Haus verrichtest." Der Mann bestatige jede Antwort mit "Du hast die Wahrheit gesagt", fragte dann nach Iman und Ihsan, und zog dann weg. Als die Gefahrten fragten, wer er sei, antwortete der Prophet: "Das war Dschibril. Er kam, um euch eure Religion zu lehren."

Dieser Rahmen ist bedeutsam: Die funf Saulen sind nicht eine Liste von Regeln, sondern die Lehreinheit, mit der der Erzengel des Offenbarung selbst die Gemeinschaft des Propheten in ihrer Religion unterwiesen hat.

1. Saule: Schahada (das Glaubensbekenntnis)

Die erste Saule ist das gesprochene Bekenntnis zum Herzen des Islam:

"لَا إلَهى إلَّا اللّهُ وَمُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّهِ"
"La ilaha illallah, Muhammadur rasulullah"
"Es gibt keinen Gott ausser Allah, und Muhammad ist der Gesandte Allahs."

Diese zwei Satze sind das Herzstuck des gesamten Islam. Sie enthalten zwei untrennbare Zeugnisse:

La ilaha illallah ist die Verneinung und Bejahung des Tawhid, der absoluten Einheit Allahs. "La ilaha" verneint jede Gottheit ausser Allah; "illallah" bejaht Allah als den einzigen und alleinigen Gott. Dies ist das Fundament, auf dem der gesamte Islam beruht. Wer dieses Bekenntnis aufgibt, hat den Islam verlassen.

Muhammadur rasulullah ist die Anerkennung des Propheten Muhammad (Frieden sei mit ihm) als letzten und endgultigen Gesandten Allahs. Die Prophetenschaft Muhammads bedeutet, dass alles, was er lehrte, bindende Weisung fur die Menschheit ist bis zum Jungsten Tag. Wer einen der Gesandten Allahs ablehnt, hat das Zeugnis nicht vollstandig abgelegt.

Die Schahada wird beim Eintreten in den Islam gesprochen. Sie wird bei jedem Gebet im Taschahhud wiederholt. Sie wird sterbenden Menschen ins Ohr geflustert. Sie ist der erste Satz, der einem Neugeborenen ins Ohr gesagt wird, und der letzte, den ein sterbender Mensch sprechen soll.

Der Prophet (Frieden sei mit ihm) sagte: "Wer mit dem aufrichtigen Herzen bezeugt, dass es keinen Gott gibt ausser Allah, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dem verbietet Allah das Höllenfeuer." (Sahih al-Bukhari 128)

2. Saule: Salat (das Gebet)

Die zweite Saule ist das funfmalige tagliche Pflichtgebet (Salat). Es wurde dem Propheten (Frieden sei mit ihm) direkt, ohne Vermittler eines anderen Engels, in der Nacht der Himmelfahrt (Laylat al-Mi'radsch) ubertragen. Ursprunglich waren es funfzig Gebete; auf Fusprache des Propheten wurden sie auf funf reduziert, wobei Allah versprach, dass sie dennoch mit dem Lohn von funfzig bewertet werden.

Allah sagt im Koran: "Bewahrt die Gebete und das mittlere Gebet und steht auf fur Allah in Andacht." (Koran 2:238). Und: "Die Gebete sind den Glaubigen zu festgesetzten Zeiten vorgeschrieben." (Koran 4:103)

Die funf Gebete und ihre Zeiten:

  • Fajr (Morgendammerung): 2 Raka'at. Beginn mit dem wahren Morgengrauen, Ende mit Sonnenaufgang. Das Fajr-Gebet wird von den Engeln der Nacht und des Tages bezeugt (Koran 17:78).
  • Dhuhr (Mittag): 4 Raka'at. Beginn wenn die Sonne ihren Zenit uberschritten hat. Das Gebet der Mittagsruhe, inmitten des Arbeitstags.
  • Asr (Nachmittag): 4 Raka'at. Das "mittlere Gebet" aus Koran 2:238 nach der Mehrheitsmeinung. Der Prophet (Frieden sei mit ihm) warnte: "Wer das Asr-Gebet verpasst, ist wie jemand, dem Familie und Vermogen geraubt wurden." (Sahih al-Bukhari 552)
  • Maghrib (Abend): 3 Raka'at. Unmittelbar nach dem Sonnenuntergang, das kurzeste Gebetsfenster des Tages.
  • Ischa (Nacht): 4 Raka'at. Beginnt wenn die Abendrotung verschwunden ist. Der Prophet (Frieden sei mit ihm) sagte, dass das Ischa- und Fajr-Gebet fur Heuchler am schwersten sind, da die Aufrichtigen sie trotz Dunkel und Erschopfung verrichten (Sahih al-Bukhari 657).

Bedeutung des Gebets:
Das Gebet ist die taglich funfmal erneuerte direkte Verbindung zwischen dem Glaubigen und seinem Herrn. Es ist die einzige Pflicht des Islam, die nicht durch Geld erfullt, nicht an andere delegiert und nicht aufgespart werden kann. Sie muss personlich, korperlich und taglich vollzogen werden. Das Gebet erinnert den Glaubigen daran, wer er ist und wozu er auf dieser Welt ist, funfmal am Tag, uber ein ganzes Leben hinweg.

3. Saule: Zakat (die Pflichtabgabe)

Die dritte Saule ist die Zakat, die Pflichtabgabe auf angespartes Vermogen. Im Koran erscheint das Wort "Zakat" 32-mal, und in 27 Fallen direkt zusammen mit dem Befehl zum Gebet. Die Verbindung von Gebet und Zakat ist so eng, dass Abu Bakr (Allahs Wohlgefallen auf ihm) nach dem Tod des Propheten gegen diejenigen krig fuhrte, die sagten "wir beten, aber zahlen keine Zakat", mit der Begrundung: "Ich schwore bei Allah, ich werde gegen diejenigen kampfen, die zwischen Gebet und Zakat unterscheiden." (Sahih al-Bukhari 1400)

Wer muss Zakat zahlen?
Zakat ist Pflicht fur jeden Muslim, dessen Vermogen den Nisab (Mindestbetrag) uberschreitet und ein vollstandiges Mondjahr (Hawl) lang in seinem Besitz geblieben ist. Der Nisab entspricht dem Wert von 85 Gramm Gold oder 595 Gramm Silber. Die Gelehrten empfehlen, den niedrigeren der beiden Werte zu nehmen (in der Regel Silber), um mehr Menschen zu einbeziehen und mehr Empfanger zu begunstigen.

Wie viel Zakat wird gezahlt?
Der Standard-Zakat-Satz betragt 2,5% des gesamten Vermagens, das uber dem Nisab liegt und ein Jahr lang gehalten wurde. Dies umfasst: Bargeld und Bankguthaben, Handelsware, Gold und Silber, Aktien und Investitionen (je nach Berechnungsmethode), landwirtschaftliche Ernteertrage (mit anderem Satz). Immobilien, die selbst bewohnt werden, und Gegenstande des taglichen Gebrauchs sind in der Regel von der Zakat ausgenommen.

Die acht Zakat-Empfanger (Koran 9:60):
Allah legt im Koran genau fest, wer Zakat empfangen darf:

"Die Zakat ist nur fur die Armen und die Bedurftigen und diejenigen, die damit beauftragt sind, und diejenigen, deren Herzen versohnt werden sollen, und fur die Befreiung von Sklaven, und die Schuldner, und fur den Weg Allahs, und den Reisenden." (Koran 9:60)

Diese acht Kategorien sind:

  1. Al-Fuqara (die Armen): Menschen, die nicht uber das Notwendigste verfugen
  2. Al-Masakin (die Bedurftigen): Menschen, die zwar etwas haben, aber nicht genug
  3. Al-Amilun alayha (die Zakat-Verwalter): Beamte, die die Zakat einsammeln und verteilen
  4. Al-Mu'allafatu qulubuhum (zur Versohnung der Herzen): Menschen, die zum Islam neigen oder deren Unterstuzung dem Islam nutzt
  5. Fir-riqab (fur die Befreiung von Sklaven): Historisch zur Sklavenbefreiung; heute auf andere Formen ungerechter Unfreiheit ubertragen
  6. Al-Gharimun (die Schuldner): Menschen, die in unverschuldete Schulden geraten sind
  7. Fi sabilillah (auf dem Weg Allahs): Fur die Unterstuzung des Islam und seiner Gemeinschaft
  8. Ibn as-sabil (der Reisende): Reisende, die unterwegs mittellos geworden sind

Warum Zakat?
Die Zakat ist kein freiwilliges Almosen. Sie ist eine Pflicht, ein Recht der Armen auf das Vermogen der Reichen, das Allah direkt verordnet hat. Sie reinigt das Vermogen des Gebenden (das arabische Wort "Zakat" bedeutet sowohl "Reinigung" als auch "Wachstum") und sichert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein islamisches Gemeinwesen, das die Zakat konsequent umsetzt, kann theoretisch ohne staatliche Sozialhilfe auskommen.

4. Saule: Saum (das Fasten)

Die vierte Saule ist das Fasten im Monat Ramadan. Allah sagt:

"O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch zur Pflicht gemacht, wie es denen zur Pflicht gemacht wurde, die vor euch waren, auf dass ihr gottesfurchtig seid." (Koran 2:183)
"Der Monat Ramadan ist der, in dem der Koran herabgesandt wurde als Rechtleitung fur die Menschen und als deutliche Zeichen der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in diesem Monat anwesend ist, der soll ihn fasten." (Koran 2:185)

Was bedeutet Fasten im Islam?
Das islamische Fasten (Saum) bedeutet, vom Beginn des wahren Morgengrauens bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und ehelichen Verkehr zu verzichten. Es genugt nicht, nur auf diese Dinge zu verzichten; das Fasten umfasst auch die Enthaltsamkeit von Lugen, Schimpfen, Streit und allem, was den Geist und das Herz verunreinigt.

Der Prophet (Frieden sei mit ihm) sagte: "Wer nicht das Lugen und das Handeln danach aufgibt, hat Allah kein Bedurfnis daran, dass er sein Essen und Trinken aufgibt." (Sahih al-Bukhari 1903). Das Fasten ist also eine ganzheitliche Reinigung: des Korpers, des Geistes und des Charakters.

Ramadan: der Monat des Koran
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, in dem der Koran erstmals herabgesandt wurde (Koran 2:185, Koran 97:1). Es ist der heiligste Monat des Jahres. Die Belohnungen fur gute Taten werden in ihm vervielfacht. Die Tore des Paradieses werden geoffnet, die Tore der Holle geschlossen, und die Teufel werden gekettet (Sahih al-Bukhari 1899).

Laylat al-Qadr (die Nacht der Bestimmung):
In den letzten zehn Nachten des Ramadan liegt Laylat al-Qadr, die Nacht, in der der Koran erstmals herabgesandt wurde:

"Laylat al-Qadr ist besser als tausend Monate." (Koran 97:3)

Besser als tausend Monate bedeutet: Gottesdienst in dieser einen Nacht ist wertvoller als uber 83 Jahre ununterbrochener Gottesdienst. Der Prophet (Frieden sei mit ihm) verbrachte die letzten zehn Tage des Ramadan im I'tikaf (Gebetsruckzug in der Moschee) und weckte seine Familie fur die Nachtgebete in diesen Nachten (Sahih al-Bukhari 2024).

Wer ist vom Fasten befreit?
Kranke, Reisende, Schwangere, Stillende und Frauen wahrend der Menstruation sind vom taglichen Fasten befreit und holen die versaumten Tage nach. Alte und dauerhaft kranke Menschen konnen eine Fidya (Auskompensation durch Speisen eines Burfaltigen) leisten.

5. Saule: Hajj (die Pilgerfahrt)

Die funfte Saule ist der Hajj, die Pilgerfahrt zur Kaaba in Mekka. Allah sagt:

"Und Allah hat den Menschen die Pilgerfahrt zu diesem Haus zur Pflicht gemacht, fur denjenigen, der den Weg dazu einschlagen kann. Und wer unglaubig ist: wahrlich, Allah ist den Weltenbewohnern gegenuber des Bedurfens ledig." (Koran 3:97)

Der Hajj ist einmal im Leben Pflicht fur jeden erwachsenen, geistig gesunden Muslim, der finanziell und korperlich in der Lage ist, die Reise zu unternehmen. "In der Lage sein" bedeutet: finanzielle Mittel fur Reise, Unterkunft und die Versorgung der Familie wahrend der Abwesenheit; korperliche Gesundheit fur die Strapazen der Reise; und Sicherheit des Weges. Wer diese Bedingungen erfullt, muss den Hajj nicht aufschieben.

Die Bedingungen fur den Hajj:

  • Islam (nur Muslime durfen den Hajj verrichten)
  • Adulthood (Volljahigkeit nach islamischem Recht)
  • Geistige Gesundheit (Vernunftigkeit)
  • Freiheit (historisch; heute allgemein als Handlungsfreiheit verstanden)
  • Finanzielle Fahigkeit (Istita'ah maliyya)
  • Korperliche Fahigkeit (Istita'ah badaniyya)
  • Sicherheit des Weges (keine lebensbedrohliche Gefahr auf der Reise)

Was geschieht beim Hajj?
Der Hajj findet im Monat Dhul-Hijja statt, dem zwolften Monat des islamischen Mondkalenders. Die wichtigsten Rituale umfassen:

  • Ihram: Anlegen des weissen Pilgergewands und Aussprechen der Niyyah fur den Hajj
  • Tawaf al-Qudum: Siebenmaliges Umrunden der Kaaba bei der Ankunft
  • Sa'y: Siebenmaliges Laufen zwischen den Hugeln Safa und Marwa, in Erinnerung an Hajar, die Mutter Ismaels
  • Arafat: Verweilen auf der Ebene von Arafat am 9. Dhul-Hijja (der Hohepunkt des Hajj)
  • Muzdalifa: Ubernachten zwischen Arafat und Mina
  • Rami al-Dschamarah: Steinigen der symbolischen Teufelssaulen in Mina
  • Opfer (Udhiyya): Schlachten eines Tieres am Eid al-Adha
  • Tawaf al-Ifadha: Der Haupttawaf nach Arafat
  • Tawaf al-Wada: Der Abschiedstawaf vor dem Verlassen Mekkas

Der Prophet (Frieden sei mit ihm) sagte: "Wer den Hajj verrichtet ohne Geschlechtsverkehr und Freveltaten, der kehrt zuruck wie an dem Tag, an dem seine Mutter ihn gebar." (Sahih al-Bukhari 1521). Der Hajj ist die vollstandige Erneuerung des Menschen: aus ihm geht man wie neu geboren hervor, frei von vergangenen Sunden.

Die Saulen als System

Die funf Saulen sind kein Zufallssatz von Regeln. Sie bilden ein koharentes System, das jeden Bereich des menschlichen Lebens erfasst:

Die Schahada ist der Glaube des Herzens und des Mundes. Alles beginnt hier. Ohne sie gibt es kein Islam.

Die Salat ist die tagliche Praxis. Sie verankert den Glaubigen funfmal am Tag in der Gegenwart Allahs, unterteilt den Tag in rhythmische Abschnitte des Gedankens, des Gebets und der Arbeit.

Die Zakat ist die gesellschaftliche Dimension. Sie ubertragt den Glauben vom Einzelnen auf die Gemeinschaft und stellt sicher, dass Reichtum nicht angehauft wird, sondern zirkuliert und denjenigen dient, die ihn benotigen.

Der Saum ist die jahrliche Erneuerung. Einmal im Jahr unterzieht sich die gesamte Gemeinschaft einer kollektiven Reinigung, die Disziplin, Dankbarkeit und Solidaritat starkt.

Der Hajj ist der einmalige Hohepunkt. Er vereint die gesamte islamische Gemeinschaft aus aller Welt an einem Ort, vor dem einen Herrn, gleich gekleidet, gleich rufend: "Labbayk Allahumma labbayk" (Hier bin ich, o Allah, hier bin ich).

Diese funf Saulen definieren den Muslim nicht durch das, was er glaubt, sondern durch das, was er tut. Der Islam ist eine Lebensweise, die sich jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr und einmal im Leben entfaltet.

Haufig gestellte Fragen

Was ist die Quelle der funf Saulen des Islam?

Die funf Saulen sind im Dschil-Hadith beschrieben, uberliefert von Ibn Umar: "Der Islam ruht auf funf Saulen: dem Zeugnis, dass es keinen Gott gibt ausser Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dem Verrichten des Gebets, dem Entrichten der Zakat, der Pilgerfahrt nach Mekka und dem Fasten im Ramadan." (Sahih al-Bukhari 8, Sahih Muslim 16). Die ausfuhrlichere Version dieses Hadiths ist der Hadith des Engels Dschibril (Sahih Muslim 8).

Wer muss Zakat zahlen und wie viel?

Zakat ist Pflicht fur jeden Muslim, dessen Vermogen den Nisab (Wert von 85g Gold oder 595g Silber) uberschreitet und ein ganzes Mondjahr (Hawl) in seinem Besitz geblieben ist. Der Satz betragt 2,5% des gesamten zakatpflichtigen Vermogens. Koran 9:60 nennt acht Empfangerkategorien: Arme, Bedurftige, Zakat-Verwalter, zur Versohnung der Herzen, fur die Sklavenbefreiung, Schuldner, auf dem Weg Allahs und Reisende in Not.

Ist der Hajj einmal im Leben Pflicht fur jeden Muslim?

Ja, einmal im Leben, fur jeden erwachsenen, geistig gesunden Muslim, der finanziell und korperlich dazu in der Lage ist. Allah sagt: "Und Allah hat den Menschen die Pilgerfahrt zu diesem Haus zur Pflicht gemacht, fur denjenigen, der den Weg dazu einschlagen kann." (Koran 3:97). Wer die Bedingungen erfullt (Istita'ah), muss den Hajj nicht verschieben.

Was ist Laylat al-Qadr und wann ist sie?

Laylat al-Qadr (die Nacht der Bestimmung) ist die heiligste Nacht des Jahres, in der der Koran erstmals herabgesandt wurde. Allah beschreibt sie als "besser als tausend Monate" (Koran 97:3), was mehr als 83 Jahren entspricht. Sie liegt in einer der ungeraden Nachte der letzten zehn Tage des Ramadan (21., 23., 25., 27. oder 29. Ramadan). Der Prophet (Frieden sei mit ihm) verbrachte diese zehn Tage im I'tikaf in der Moschee.

Was ist der Unterschied zwischen Fard und Wajib beim Gebet?

Im Hanafi-Fiqh wird zwischen Fard (absolute Pflicht, deren Leugnung Unglauben bedeutet) und Wajib (starke Pflicht, deren bewusstes Auslassen Sunde ist, aber kein Unglauben) unterschieden. Die funf taglichen Gebete sind Fard. Das Witr-Gebet ist nach den Hanafiten Wajib. Die anderen Rechtschulen (Maliki, Schafii, Hanbali) verwenden diese Unterscheidung nicht auf dieselbe Weise; bei ihnen sind Fard und Wajib weitgehend synonym.

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