Allah, der Erhabene, sagt im Koran: „Wahrlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe." (Sure 13, Vers 28). Der Dhikr nach der Salah ist jene unmittelbare Fortsetzung der Verbindung mit Allah, die der Prophet Muhammad, Friede sei mit ihm, uns in detaillierten Anweisungen hinterlassen hat. Wer diese Formeln konsequent praktiziert, erlebt, wie das Gebet nicht abrupt endet, sondern sanft in den Alltag übergeht.

Hinweis zur Methode: Alle hier genannten Adhkar sind durch sahih (authentische) Hadithe belegt, hauptsächlich aus Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim. Die Quellen werden jeweils angegeben. Schwache oder erfundene Formeln werden in diesem Artikel bewusst ausgelassen.

Die koranische und prophetische Grundlage

Allah, der Erhabene, weist im Koran direkt auf das Gedenken nach dem Gebet hin: „Wenn ihr das Gebet verrichtet habt, dann gedenkt Allahs: im Stehen, im Sitzen und auf euren Seiten." (Sure 4, Vers 103). Diese Anweisung gilt für jede Situation nach dem Gebet, und der Prophet, Friede sei mit ihm, hat sie mit konkreten Worten gefüllt.

Mugirah ibn Shu'ba berichtete, dass der Prophet nach jedem Pflichtgebet zu sprechen pflegte: „La ilaha illallahu wahdahu la sharika lah, lahul-mulku wa lahul-hamd, wa huwa 'ala kulli shay'in qadir." (Sahih al-Bukhari, Nr. 844). Diese Formel ist kurz, aber sie enthält das gesamte Fundament des islamischen Glaubens: die Einheit Allahs, seine absolute Herrschaft und seine Allmacht.

Istighfar: drei Mal um Vergebung bitten

Das erste, was der Muslim nach dem Salam tut, ist das dreifache Bitten um Vergebung. Thawban, möge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete: „Wenn der Prophet, Friede sei mit ihm, das Gebet beendete, bat er dreimal um Vergebung und sagte dann: 'Allahumma antas-salamu wa minkas-salam, tabarakta ya dhal-jalali wal-ikram.'" (Sahih Muslim, Nr. 591).

Arabisch (Umschrift)
Astaghfirullah (drei Mal)
Bedeutung
Ich bitte Allah um Vergebung
Dann sprechen
Allahumma antas-salam, wa minkas-salam, tabarakta ya dhal-jalali wal-ikram
Bedeutung
O Allah, Du bist der Friede, und der Friede kommt von Dir. Gesegnet bist Du, o Herr der Majestät und Ehre

Der Gelehrte Imam an-Nawawi erklärt in seinem Werk Al-Adhkar, dass das Istighfar nach dem Gebet dazu dient, mögliche Mängel in der Salah zu beheben. Kein Gebet ist vollkommen; der Dhikr ergänzt, was fehlen mag.

Die große Tasbih: 33-33-34

Abu Huraira, möge Allah mit ihm zufrieden sein, überlieferte, dass der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Wer nach jedem Gebet Subhan Allah 33 Mal, Alhamdulillah 33 Mal und Allahu Akbar 33 Mal spricht, das sind 99 Mal, und dann zur Vollendung auf hundert sagt: 'La ilaha illallahu wahdahu la sharika lah, lahul-mulku wa lahul-hamd, wa huwa 'ala kulli shay'in qadir', dem werden seine Sünden vergeben, auch wenn sie wie der Schaum des Meeres wären." (Sahih Muslim, Nr. 597).

Dieser Hadith ist einer der meistzitierten der islamischen Literatur, und er zeigt die unermessliche Barmherzigkeit Allahs: dreiunddreißig kurze Lobpreisungen dreimal wiederholt, und eine abschließende Formel, können eine ganze Lebensgeschichte von Verfehlungen tilgen.

33x Subhan Allah
Gepriesen sei Allah. Zähle an den Fingergliedern der rechten Hand.
33x Alhamdulillah
Alles Lob gebührt Allah.
33x Allahu Akbar
Allah ist der Größte.
Abschluss (1x)
La ilaha illallahu wahdahu la sharika lah, lahul-mulku wa lahul-hamd, wa huwa 'ala kulli shay'in qadir.
Bedeutung des Abschlusses
Es gibt keinen Gott außer Allah, er ist allein, ohne Partner. Ihm gehört das Königreich und ihm gebührt alles Lob, und er hat Macht über alle Dinge.

Ka'b ibn Ujra, möge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet diese Tasbih als die „Mu'aqqibat" bezeichnete: die Formeln, die dem Gebet folgen und den Beter nicht enttäuschen. (Sahih Muslim, Nr. 596). Imam Ibn al-Qayyim schreibt dazu in seinem Buch Zad al-Ma'ad, dass diese drei Lobpreisungen die drei fundamentalen Attribute Allahs widerspiegeln: Subhan Allah befreit ihn von jeder Unvollkommenheit, Alhamdulillah bestätigt, dass alle Vollkommenheit ihm gehört, und Allahu Akbar erklärt, dass er größer ist als alles, was wir uns vorstellen können.

Ayat al-Kursi rezitieren

Abu Umama al-Bahili, möge Allah mit ihm zufrieden sein, überlieferte, dass der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Wer Ayat al-Kursi nach jedem Pflichtgebet rezitiert, dem steht nichts mehr zwischen ihm und dem Eintritt ins Paradies außer dem Tod." (Berichtet von Ibn Hibban und an-Nasai; von Gelehrten wie Al-Albani als sahih eingestuft).

Ayat al-Kursi ist Sure Al-Baqara, Vers 255:

Allahu la ilaha illa huwa, al-hayyul-qayyum. La ta'khudhuhu sinatun wa la nawm. Lahu ma fis-samawati wa ma fil-ard. Man dhal-ladhi yashfa'u 'indahu illa bi-idhnih. Ya'lamu ma bayna aydihim wa ma khalfahum. Wa la yuhituna bishay'in min 'ilmihi illa bima sha'. Wasi'a kursiyyuhus-samawati wal-ard. Wa la ya'uduhu hifzuhuma. Wa huwal-'aliyyul-'azim.

Allah, es gibt keinen Gott außer ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen. Ihn befällt weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer kann bei ihm fürbitten ohne seine Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen ist. Und sie umfassen nichts von seinem Wissen, außer was er will. Sein Schemel umfasst die Himmel und die Erde. Und ihn beschwert nicht die Hut über sie. Und er ist der Erhabene, der Gewaltige.

Imam Ibn Taimiyya schrieb in seinen Fatawa, dass Ayat al-Kursi der größte Vers des gesamten Korans ist, weil sie die umfassendste Beschreibung der Eigenschaften Allahs enthält. Sie nach jedem Gebet zu rezitieren, ist ein Akt, der die Seele mit der Gewissheit der Herrschaft Allahs durchdringt.

Weitere empfohlene Adhkar

Neben der Tasbih und Ayat al-Kursi gibt es weitere Adhkar, die der Prophet nach bestimmten oder allen Gebeten empfohlen hat:

La ilaha illallahu wahdahu (nach jedem Gebet)

Abu Huraira überlieferte, dass der Prophet sagte: „Wer nach dem Morgengebet zehn Mal sagt: 'La ilaha illallahu wahdahu la sharika lah, lahul-mulku wa lahul-hamd, yuhyi wa yumitu, wa huwa 'ala kulli shay'in qadir', für den schreibt Allah zehn gute Taten auf, tilgt zehn schlechte Taten, erhebt ihn um zehn Stufen, schützt ihn vor dem Teufel den ganzen Tag und schützt ihn vor jedem Unglück." (Sahih al-Bukhari, Nr. 6404; Sahih Muslim, Nr. 2693).

Subhanallahi wa bihamdihi (morgens und abends)

Abu Huraira berichtete: „Wer jeden Tag morgens und abends hundert Mal sagt: 'Subhanallahi wa bihamdihi', dem werden am Tag des Jüngsten Gerichts keine Werke vorgelegt, die besser wären als seine, außer von jemandem, der dasselbe oder mehr gesagt hat." (Sahih al-Bukhari, Nr. 6405; Sahih Muslim, Nr. 2692). Viele Gelehrte empfehlen, diesen Dhikr nach dem Fadschr-Gebet zu sprechen.

Sure Al-Ikhlas, Al-Falaq, An-Nas (nach jedem Gebet)

Uqba ibn Amir, möge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete: „Der Prophet, Friede sei mit ihm, befahl mir, nach jedem Gebet die drei Qul zu rezitieren." (Abu Dawud, Nr. 1523; an-Nasai; von Al-Albani als sahih eingestuft). Diese drei Suren schützen vor dem Bösen und vollenden den Schutzgürtel um den Beter.

Allahumma a'inni 'ala dhikrika

Mu'adh ibn Jabal, möge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet seine Hand nahm und sagte: „O Mu'adh, bei Allah, ich liebe dich. Daher rate ich dir: Versäume nie, nach jedem Pflichtgebet zu sagen: 'Allahumma a'inni 'ala dhikrika wa shukrika wa husni 'ibadatik.'" (Abu Dawud, Nr. 1522; Sahih nach Al-Albani). Die Bedeutung: „O Allah, hilf mir, deiner zu gedenken, dir zu danken und dich gut zu verehren." Dieser Du'a ist besonders für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, konsequent zu beten.

Persönliche Du'a nach dem Dhikr

Nach dem Abschluss der Adhkar ist die Zeit für persönliche Bitten an Allah. Der Prophet, Friede sei mit ihm, lehrte: „Der Beter befindet sich in Gemeinschaft mit seinem Herrn, solange er im Gebet ist. Wenn er das Gebet beendet, begibt er sich nicht sofort weg." (Sahih al-Bukhari, Nr. 365). Die Zeit unmittelbar nach dem Gebet ist eine der gesegnetsten Zeiten für das Du'a.

Es gibt keine vorgeschriebene Form für das persönliche Du'a. Sprich mit Allah in deiner eigenen Sprache, mit aufgehobenen Händen, von Herzen. Bitte für die Dinge, die dich bewegen: Familie, Gesundheit, die Führung auf dem geraden Weg, das Wohlergehen der Muslime weltweit. Allah versteht alle Sprachen, denn er hat sie alle geschaffen.

Welche Adhkar bei welchem Gebet?

Die meisten der oben genannten Adhkar werden nach jedem der fünf Pflichtgebete gesprochen. Es gibt jedoch einige, die besonders für das Morgengebet (Fadschr) und das Abendgebet (Maghrib) empfohlen sind:

  • Nach Fadschr und Maghrib besonders: Die Suren Al-Ikhlas, Al-Falaq und An-Nas jeweils dreimal (statt einmal); das Rezitieren von Ayat al-Kursi; der Dhikr von zehn Mal La ilaha illallahu wahdahu.
  • Nach jedem Gebet: Dreimal Astaghfirullah, Allahumma antas-salam, die große Tasbih (33-33-34), Ayat al-Kursi einmal, die drei Qul einmal.
  • Nur nach Fadschr: Einige Gelehrte empfehlen nach dem Fadschr die Rezitation von Sure Yasin oder Sure Al-Mulk, da es für diese Praxis überlieferte Traditionen gibt.

Der Gelehrte Imam Ibn Baz empfahl in seinen Fatawa, die Adhkar in dieser Reihenfolge zu sprechen: Istighfar (dreimal), Allahumma antas-salam (einmal), La ilaha illallahu wahdahu (einmal), die große Tasbih (33-33-34), Ayat al-Kursi, dann die drei Qul. Das ergibt ungefähr fünf bis sieben Minuten, die das Gebet sanft abschließen und den Übergang in den Alltag gestalten.

Häufige Fragen

Muss man den Dhikr laut oder leise sprechen?

Der Prophet, Friede sei mit ihm, empfahl, den Dhikr leise zu sprechen. Leises Dhikr ist demütiger und schützt vor Heuchelei. Lauteres Sprechen ist erlaubt, wenn man andere lehrt oder wenn kein Störgrund vorliegt.

Was ist Ayat al-Kursi und warum ist sie nach dem Gebet so wichtig?

Ayat al-Kursi ist Koran Sure 2, Vers 255. Wer sie nach jedem Pflichtgebet rezitiert, dem steht laut einem Hadith bei Abu Nuaim nichts mehr zwischen ihm und dem Paradies außer dem Tod. Sie beschreibt die absolute Herrschaft Allahs über Himmel und Erde.

Kann man den Dhikr auf einem Tasbih zählen?

Ja. Das Zählen mit den Fingergliedern der rechten Hand ist die Sunna des Propheten. Ein Tasbih (Gebetskette) ist ebenfalls erlaubt, da er als Hilfsmittel gilt, das das Zählen erleichtert.

Was wenn man den Dhikr vergisst oder keine Zeit hat?

Es ist kein Sünde, den Dhikr nach dem Gebet auszulassen, da er Sunna und kein Fard ist. Wer jedoch regelmäßig den Dhikr verrichtet, gewinnt enormen geistlichen Nutzen. Man kann ihn auch später nachholen, wenn man aufgestanden ist.

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